Gekaufte Jura-Examen

Ein Richter, der als Prüfer für das Justizprüfungsamt tätig war, steht nun selbst vor Gericht, weil er Klausurlösungen verkauft haben soll.

Am dritten Verhandlungstag merkte er, daß jedes weitere Leugnen zwecklos war, und legte ein Geständnis ab.

Doch zuvor nahm er einen Schluck aus seiner Wasserflasche, und aß ein Bonbon.

Er versucht, den Sachverhalt in ein milderes Licht zu drehen. Ihm sei es um einige Referendare gegangen, die ihm „sehr am Herzen“ lagen.

Anfangs gab er ihnen die Lösungen für das zweite juristische Staatsexamen in Form von Kurznachrichten, später komplette Klausurlösungen.

Er erzählt von einer Referendarin, die ihm etwas vorgeheult hatte, und von einem Einwanderer, den er unbedingt helfen mußte, den Staatsdienst zu unterwandern.

Mit seiner Tat hat er dem niedersächsischen Justizwesen den größten Schaden in den vergangegen Jahren zugefügt. Insgesamt 16000 Klausuren mußten überprüft werden. In 15 Fällen wurde ein Verfahren zur Aberkennung der Prüfungsleistungen eingeleitet.

Der Anklage zufolge hat er sich der Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall, Verletzung von Dienstgeheimnissen und Nötigung schuldig gemacht. Dafür droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Er versuchte, nach Italien zu flüchten. Dort wurde er im Frühjahr vergangenen Jahres mit 30000 Euro in bar, einer geladenen Waffe und einer Angehörigen des Unzuchtsgewerbes aufgegriffen.

Seine Taten versucht er, mit Unzufriedenheit im Beruf zu rechtfertigen.

Er wurde nicht befördert. Das Ende einer ehebrüchigen Beziehung mit einer Referendarin sieht er als privat „sehr schwierige Zeit“.

In einem Gespräch mit dem Staatssekretär im niedersächsischen Justizministerium erfuhr er, daß er nicht mehr mit Deckung von oben rechnen könne.

Daraufhin ergriff er die Flucht. Das ließ ihn als Einzeltäter erscheinen, sodaß eine mögliche, bis in die Ministeriumsspitze reichende politische Dimension nicht mehr untersucht wurde.

Er hat nicht nur Klausurlösungen für mehrere Tausend Euro verkauft, sondern auch Referendarinnen gegen unzüchtige Gefälligkeiten angeboten. Den Käufern drohte er mit einer Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede, falls sie nicht stillhalten sollten.

Über die angeklagten Fälle hinaus gesteht er noch drei weitere Fälle von Bestechlichkeit. Unter anderem reichte er auch Lösungen an einen Repetitor weiter.

Seine Käufer suchte er in einer speziellen Lerngruppe für leistungsschwache Referendare, die er selbst aufgebaut hatte. Diese besondere Fürsorge hätte dem Amt eigentlich auffallen müssen. Aber dort schöpfte man kein Mißtrauen.

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Kommentare

  • Firebird  On Freitag, 9. Januar 2015 at 03:14:17

    # Antifeminist On Donnerstag, 8. Januar 2015 at 17:27:50

    So funktioniert das System: Verfehlungen werden geduldet, aber notiert. So werden die Leute erpreßbar gemacht. Sobald jemand dann etwas politisch unkorrektes macht, bittet man ihn zu einem „freundlichen Gespräch“, und weist ihn darauf hin, daß da und da mal was war. Wenn er dann nicht gefügig ist, wird die Sache ausgegraben und verfolgt.

  • Antifeminist  On Donnerstag, 8. Januar 2015 at 17:27:50

    Da mittlerweile fast alle urteilenden BRD-GmbH-Richter Dreck am Stecken haben, drohen dem schwerstkriminellen Juristen mildernde Umstände, Bewährungsstrafe oder wenige Wochen. Solcherlei Abschaum landet aufgrund der Steuerbarkeit meinst in der Politik (wird man nur bis zu wenigen Wochen Haft zugelassen), da Rechts“wissenschafts“-Psychopathen als Vorstand in der Wirtschaft zu eifach strukturiert sind. Würde rechtstaatlich geurteilt, dann würde als einziger mildernder Umstand gewertet, dass er bei einer Hure aufgegriffen wurde und dementsprechend nicht homopervers ist. Also 9,5 Jahre Haft anstannt 10.

    Würde es nach mir gehen, dann würden morgen alle Juristen, Journalisten und Politiker – aufgrund der von ihnen entwickelt und eingeführten Beweislastumkehr – lebenslang in’s Arbeitslager abwandern. Nur wer beweisen könnte, dass er Unschuldig ist käme frei. Denn alle haben am Spielchen verdient und mitgemacht.